Lohnsoftware Vergleich: 7 Anbieter für KMU unter 50 Mitarbeitern
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Eine geeignete Lohnsoftware kostet KMU mit 5-50 Mitarbeitern zwischen 4 und 12 Euro pro Mitarbeiter pro Monat — entscheidend ist nicht der Preis, sondern die DEÜV-Konformität, die Anbindung an die ELStAM-Datenbank und die Schnittstellen zur Sozialversicherung. Wer die falsche Software wählt, riskiert nach § 28a SGB IV Beitragsfehler in der Sozialversicherungs-Meldung und damit Nachzahlungen plus Säumniszuschläge. Sieben Anbieter dominieren den deutschen KMU-Markt: DATEV Lodas, Sage Lohn, Lexware Lohn+Gehalt, Edlohn, Personio, Personalwolke und Salfeld Lohn.
Pflicht-Funktionen — Was eine Lohnsoftware können muss
Bevor der Preisvergleich beginnt, der Funktions-Check: Jede Lohnsoftware für KMU muss ELStAM-Anbindung, DEÜV-Meldewesen, ELSTER-Schnittstelle für Lohnsteuer-Anmeldung, BG-Schnittstelle und SEPA-Lastschriftverfahren beherrschen. Wer Mitarbeiter mit Sachbezügen, Firmenwagen oder bAV abrechnen will, braucht die entsprechenden Sondervergütungs-Module dazu.
Wichtige Pflichten 2026: Elektronische Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung (eAU), Bescheinigungswesen für Kranken-, Mutter- und Elterngeld digital sowie die A1-Bescheinigung für Mitarbeiter-Einsätze im EU-Ausland. Was nicht zur Standard-Konfiguration gehört, muss als Modul dazu gekauft werden — das treibt die Kosten oft um 30-50 Prozent.
Bei der Wahl entscheidend ist außerdem die Berater-Schnittstelle: Wer mit Steuerberater zusammen abrechnet, braucht DATEV-Kompatibilität. Wer im eigenen Lohnbüro alles macht, kann auch mit Sage oder Lexware komplett autark arbeiten. Die meisten Lohnpannen entstehen an der Schnittstelle zwischen Software und Steuerberater — eine saubere Abstimmung spart später Stunden.
DATEV Lodas — Der Standard im Steuerberater-Umfeld
DATEV Lodas ist die Referenz, wenn der Steuerberater die Lohnabrechnung macht. Das Programm kostet rund 8-12 Euro pro Mitarbeiter pro Monat über das Steuerberater-Lizenzmodell. Der Vorteil: Tief integriert in die DATEV-Welt, voll DEÜV-zertifiziert und mit allen Bescheinigungs-Modulen ausgestattet. Die Software wird kontinuierlich an Gesetzes-Änderungen angepasst, sodass Updates bei Mindestlohn, Beitragsbemessungs-Grenzen oder neuen Meldepflichten automatisch greifen.
Für den Chef selbst gibt es DATEV Lohn und Gehalt comfort als Eigen-Lizenz, was sich aber erst ab 30+ Mitarbeitern lohnt. Der Lernaufwand ist hoch — die Software setzt Lohn-Know-how voraus. Wer keine ausgebildete Lohnbuchhalterin im Haus hat, lässt das Programm besser über den Steuerberater laufen. Schulungs-Angebote bei DATEV sind allerdings sehr umfangreich; eine 3-Tage-Grundschulung kostet rund 1.200 Euro und macht Mitarbeiter ohne Vorkenntnisse einsatzfähig.
Sage Lohn + Personalwirtschaft — Solider Allrounder
Sage Business Cloud Personalwirtschaft und Sage HR Suite zielen direkt auf KMU ohne Steuerberater-Anbindung. Preise starten bei 5,90 Euro pro Mitarbeiter pro Monat, mit Volumen-Rabatten ab 25 Beschäftigten. Die Bedienung ist deutlich KMU-tauglicher als DATEV — Selbst-Einarbeitung in 2-3 Wochen ist realistisch. Das integrierte Mitarbeiter-Portal erlaubt Beschäftigten den digitalen Zugriff auf Lohnabrechnungen, Urlaubsanträge und Stammdaten.
Stark bei Schnittstellen: Die Anbindung an gängige ERP- und Zeiterfassungs-Systeme (Microsoft Dynamics, SAP Business One, ZEUS) funktioniert solide. Schwach beim Bescheinigungswesen — einige Module wie A1 oder ePerso müssen aktiv dazu gebucht werden. Wer das nicht beachtet, steht später beim ersten EU-Einsatz ohne A1-Bescheinigung da. Die Sage-Cloud erlaubt zudem mehrstandortige Zusammenarbeit, was gerade für Filial-Strukturen praktisch ist.
Lexware Lohn+Gehalt — Der Mittelstands-Klassiker
Lexware Lohn+Gehalt ist die meistgenutzte KMU-Lohnsoftware in Deutschland mit über 250.000 Lizenzen. Preise ab 19,90 Euro monatlich für die Pro-Version mit unbegrenzten Mitarbeitern — das macht 0,40 Euro pro Mitarbeiter bei 50 Beschäftigten. Pro-Version: 219 Euro Update pro Jahr, alles dabei.
| Anbieter | Preis (ca.) | Ziel-MA-Größe | Stärke |
|---|---|---|---|
| DATEV Lodas | 8-12 €/MA/Mo | 10-200 | Steuerberater-Integration |
| Sage Lohn | 5,90 €/MA/Mo | 10-100 | ERP-Schnittstellen |
| Lexware Lohn+Gehalt | 19,90 €/Mo flat | 1-50 | Selbst-Bedienbarkeit |
| Edlohn | 6-9 €/MA/Mo | 5-300 | Web-basiert |
| Personio | 8-14 €/MA/Mo | 20-500 | HR + Lohn integriert |
| Personalwolke | 4-7 €/MA/Mo | 10-200 | Cloud + Zeiterfassung |
| Salfeld Lohn | 15-25 €/Mo flat | 1-30 | Günstig, Desktop |
Lexware ist für den Chef-im-Lohnbüro-Selbst-Fall die einfachste Lösung. Bedienung gut dokumentiert, Schulungs-Videos kostenlos, Support solide. Schwächen bei komplexen Tarif-Verträgen und großen Personalstrukturen ab 50+ Mitarbeitern — dann wechseln viele auf DATEV oder Sage.
Edlohn, Personio und Personalwolke — Die Cloud-Alternativen
Edlohn ist die web-basierte DATEV-Alternative aus Eberswalde. Über den Browser bedienbar, ohne lokale Installation, mit Zugriff auch von unterwegs. Preise ähnlich wie DATEV Lodas (6-9 Euro/MA/Monat), aber unabhängig vom Steuerberater. Geeignet für Chefs, die selbst abrechnen wollen und Cloud bevorzugen.
Personio kombiniert HR-Management mit Lohnabrechnung und ist ab 20 Mitarbeitern interessant. Mit 8-14 Euro pro Mitarbeiter pro Monat preislich höher, dafür alles in einer Plattform: Mitarbeiter-Daten, Urlaubsverwaltung, Zeiterfassung, Lohnabrechnung. Für KMU mit Wachstums-Plan eine zukunftssichere Wahl.
Personalwolke aus Österreich (in Deutschland aktiv) deckt Zeiterfassung plus Lohn ab und ist mit 4-7 Euro pro Mitarbeiter pro Monat preisattraktiv. Schwächen: Weniger Verbreitung in Deutschland, daher kleinere Berater-Community und seltener vorhandene Steuerberater-Schnittstellen.
Auswahl-Kriterien für deine Lohnsoftware
- Steuerberater-Bindung klären — wenn Berater abrechnet, ist DATEV Lodas oder seine Wahl-Software pragmatisch.
- Mitarbeiter-Größe heute und Plan für 3 Jahre — Software muss mit dem Unternehmen wachsen können.
- Schnittstellen prüfen — ERP, Zeiterfassung, ePerso, A1, DEÜV alle inklusive oder Aufpreis?
- Cloud oder Desktop — Cloud bedeutet monatliche Kosten, Desktop einmalige Lizenz plus jährliche Updates.
- Support-Qualität — Hotline-Erreichbarkeit, deutsche Sprache, Reaktions-Zeit bei DEÜV-Fragen kritisch.
- Tariflohn-Kompatibilität bei Tarifbindung — IG Metall, Bau, Hotel/Gastro brauchen spezielle Tarif-Module.
Häufige Fehler bei der Software-Wahl
Falsche Auswahl-Kriterien führen häufig zu Fehlentscheidungen: Nur der Preis pro Mitarbeiter ist nicht ausreichend, weil Module für eAU, A1, BG-Anbindung oder ePerso später teuer dazukommen. Wer Personio bucht aber nur 5 Mitarbeiter hat, zahlt für unnötigen HR-Overhead. Wer Lexware nimmt und 80 Mitarbeiter abrechnen will, kommt an die Skalierungs-Grenze.
Was du jetzt tun solltest: Pragmatische Wahl nach Größe und Setup
Die Wahl der Lohnsoftware hängt entscheidend von der Unternehmens-Größe und der Frage "selbst oder Steuerberater" ab. Konkrete Empfehlungen: Für 5-20 Mitarbeiter mit Eigen-Abrechnung ist Lexware Lohn+Gehalt Pro der pragmatische Standard. Für 20-50 Mitarbeiter mit Wachstums-Plan lohnt sich Personio als integrierte HR-Lohn-Plattform. Wer eng mit Steuerberater zusammenarbeitet, bleibt bei DATEV Lodas über die Berater-Lizenz. Bei konkreten Vertrags-Konstellationen oder Tarif-Anwendung den Steuerberater oder Fachanwalt einbeziehen.
Veröffentlicht durch die Cheftipps-Redaktion. Veröffentlicht am 8. Juli 2026.
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