E-Rechnung für Vereine: Wann Vereine betroffen sind
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Hinweis: Dieser Artikel ist ein redaktionelles Angebot und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Im Einzelfall binde bitte Steuerberater oder die zuständige IHK ein. Stand: 2026.
Ob die E-Rechnung deinen Verein betrifft, entscheidet eine Frage: Ist der Verein unternehmerisch beziehungsweise wirtschaftlich tätig und hat er steuerpflichtige Umsätze gegenüber anderen Unternehmen? Wenn ja, gelten die Regeln zur E-Rechnung grundsätzlich auch für euch. Wenn der Verein dagegen rein ideell arbeitet und keine Unternehmereigenschaft hat, fällt er nicht unter diese Pflichten.
Für viele kleine Vereine klingt das erst einmal beunruhigend – ist es aber meist nicht. Denn die Anforderungen richten sich nicht nach dem Vereinszweck oder der Gemeinnützigkeit, sondern nach der Umsatzsteuer. Genau diese Abgrenzung schaün wir uns hier an. Wichtig vorweg: Vereinssteuerrecht ist heikel, und die Zuordnung im Einzelfall gehört in die Hände von Steuerberater oder Finanzamt.
Die entscheidende Frage: unternehmerisch tätig oder nicht?
Ein Verein kann sehr unterschiedliche Tätigkeiten unter einem Dach vereinen. Der rein ideelle Bereich – also die satzungsgemäße Vereinsarbeit, finanziert etwa aus echten Mitgliedsbeiträgen und Spenden – ist in der Regel keine unternehmerische Tätigkeit. Sobald ein Verein aber Leistungen gegen Entgelt am Markt anbietet, kann er insoweit zum Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinn werden.
Für die E-Rechnung zählt allein dieser unternehmerische Teil und dort die Rechnungen an andere inländische Unternehmen (B2B). Rechnungen an Privatpersonen (B2C) – etwa Eintrittsgelder oder Beiträge von Mitgliedern als Privatpersonen – sind von der Ausstellungspflicht ohnehin nicht erfasst.
Empfangen: Auch für unternehmerisch tätige Vereine Pflicht
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Seit dem 1.1.2025 muss jedes inländische Unternehmen E-Rechnungen empfangen können – und das schließt unternehmerisch tätige Vereine ausdrücklich ein. Wenn eür Verein also einen unternehmerischen Bereich hat, sollte er in der Lage sein, eine eingehende E-Rechnung anzunehmen und zu verarbeiten. In vielen Fällen genügt dafür ein E-Mail-Postfach, das die strukturierten Dateien – XRechnung als reines XML oder ZUGFeRD als PDF mit eingebettetem XML – entgegennimmt.
Praktisch heißt das für den Vorstand: Klärt, über welche Adresse Lieferanten- und Dienstleisterrechnungen eingehen, und stellt sicher, dass die Dateien dort angenommen und im strukturierten Originalformat aufbewahrt werden. Ein Ausdruck genügt für die Archivierung nicht – das Original ist der Datensatz selbst.
Ausstellen: Das hängt am umsatzsteuerlichen Status
Ob der Verein selbst E-Rechnungen ausstellen muss, richtet sich nach demselben Maßstab wie bei Unternehmen. Viele Vereine nutzen für ihren unternehmerischen Bereich die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG. In diesem Fall gilt eine wichtige Erleichterung.
| Situation des Vereins | E-Rechnung ausstellen |
|---|---|
| Rein ideell, keine Unternehmereigenschaft | Nicht betroffen |
| Unternehmerisch tätig, Kleinunternehmer nach § 19 UStG | Daürhaft von der Ausstellungspflicht befreit; freiwillig erlaubt |
| Unternehmerisch tätig, regelbesteuert (weist USt aus) | Pflicht – gestaffelt ab 2027 bzw. 2028 nach Vorjahresumsatz |
Kleinunternehmer nach § 19 UStG wurden durch das Jahressteuergesetz 2024 daürhaft von der Pflicht befreit, E-Rechnungen auszustellen. Ein Verein mit Kleinunternehmer-Status muss also keine E-Rechnungen erstellen, darf es aber freiwillig tun. Empfangen können muss er trotzdem, sobald er unternehmerisch tätig ist.
Ist der unternehmerische Bereich dagegen regelbesteuert und weist Umsatzsteuer aus, greift die gestaffelte Ausstellungspflicht für B2B-Rechnungen: ab dem 1.1.2027 für sehr große Umsätze (mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz), ab dem 1.1.2028 für alle übrigen. Ob und ab wann eür Verein betroffen ist, lässt sich mit dem Stichtag-Checker eingrenzen; den gesamten Zeitplan erklärt der Ratgeber zur E-Rechnungspflicht 2027/2028.
Warum viele kleine Vereine gelassen bleiben können
Für einen großen Teil der Vereine entschärft die Kombination aus zwei Punkten die Lage. Erstens sind reine Mitgliedsbeiträge, Spenden und die ideelle Vereinsarbeit typischerweise nicht unternehmerisch – dieser Bereich löst keine Ausstellungspflicht aus. Zweitens fallen viele Vereine mit ihren wirtschaftlichen Aktivitäten unter die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG und sind damit daürhaft vom Ausstellen befreit.
Die verbleibende, aber wichtige Aufgabe ist der Empfang. Sobald ein Verein einen unternehmerischen Bereich hat, muss er eingehende E-Rechnungen annehmen und ordnungsgemäß archivieren können – und das gilt bereits seit 2025, unabhängig von den späteren Ausstellungs-Stichtagen. Gerade hier lohnt es sich, im Vorstand einmal festzuhalten, wer im Verein für eingehende Rechnungen zuständig ist und wo sie gesichert werden. Bei ehrenamtlich geführten Vereinen mit wechselnden Vorständen ist so eine klare Zuständigkeit doppelt wertvoll, damit kein Beleg zwischen den Amtsperioden verloren geht.
Ein weiterer Aspekt betrifft Vereine, die an öffentliche Stellen fakturieren. Wer Leistungen gegenüber der öffentlichen Hand abrechnet (B2G), stösst oft auf eigene Vorgaben: Behörden verlangen die E-Rechnung meist als XRechnung, häufig mit einer Leitweg-ID und über ein bestimmtes Portal. Diese Anforderungen bestehen unabhängig von den B2B-Stichtagen und sollten vor dem nächsten Zuwendungs- oder Auftragsfall geklärt sein.
So gehst du im Verein vor
Damit der Vorstand nicht im Ungewissen bleibt, hilft eine einfache Reihenfolge:
- Umsatzsteuer-Status klären: Ist der Verein überhaupt unternehmerisch tätig? Nutzt er die Kleinunternehmerregelung oder ist er regelbesteuert? Das ist die Grundfrage – im Zweifel gemeinsam mit dem Steuerberater oder dem Finanzamt.
- Empfang sicherstellen: Wenn ein unternehmerischer Bereich besteht, muss der Verein E-Rechnungen empfangen und archivieren können. Das gilt bereits.
- Ausstellung prüfen: Nur bei Regelbesteuerung greift die Ausstellungspflicht nach Stichtag. Kleinunternehmer bleiben befreit.
- Format und Angaben festlegen: Welches Format passt und welche Pflichtangaben eine Rechnung braucht, klären der Format-Finder und die Pflichtangaben-Checkliste.
Auch für Vereine gelten die allgemeinen Ausnahmen: Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro, Fahrausweise und Rechnungen an Privatkunden bleiben von der E-Rechnungspflicht ausgenommen. Und die inhaltlichen Pflichtangaben einer Rechnung nach § 14 Abs. 4 UStG bleiben dieselben – nur die Form wird strukturiert. Alle Bausteine bündelt der E-Rechnung-Hub.
Praxis-Take
Ein Verein ist bei der E-Rechnung genau insoweit betroffen, wie er unternehmerisch tätig ist und steuerpflichtige B2B-Umsätze hat. Der rein ideelle Bereich bleibt außen vor. Unternehmerisch tätige Vereine müssen seit 2025 empfangen können; ob sie ausstellen müssen, hängt am Status – Kleinunternehmer nach § 19 sind daürhaft befreit, regelbesteuerte Vereine folgen den Stichtagen 2027/2028. Weil die Zuordnung im Vereinssteuerrecht knifflig ist, kläre den konkreten Fall mit deinem Steuerberater oder dem Finanzamt.
Rechtsgrundlage: § 14 UStG (Wachstumschancengesetz), § 19 UStG (JStG 2024), Norm EN 16931. Stand: 2026, ohne Gewähr.
Veröffentlicht durch die Cheftipps-Redaktion. Veröffentlicht am 10. September 2026.
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